Innenminister Karl-Peter Bruch zu Gast bei Karin Decker

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Karl-Peter Bruch zu Gast bei Karin Decker
.l.: Karin Decker, Innenminister Karl-Peter Bruch und Thomas Wansch, MdL

„Im Dorf alt werden“ lautete das Motto für den Informationsabend, zu dem Landratskandidatin Karin Decker eingeladen hatte. Prominente Redner waren der rheinland-pfälzische Innenminister Karl-Peter Bruch sowie der Landtagsabgeordnete Thomas Wansch, der zunächst anhand von Zahlen die Situation im Landkreis erläuterte.

Bis 2020 werde die Bevölkerung im Landkreis um 5,5 %, das sind rund 6.000 Menschen, schrumpfen. Dabei verschiebe sich der Anteil von der jungen Bevölkerung hin zur älteren. Beispielhaft verdeutlichte Wansch die Entwicklung anhand der Zahlen für die Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn. Derzeit leben hier 2.800 Unter-20-Jährige; im Jahr 2020 werden es 2.300 sein. Bei den Über-65-Jährigen verschiebt sich der Anteil von derzeit 2.500 auf 2.900 Menschen. Für die Vereine bedeute dies, angepasste Angebote für Ältere zu schaffen, was wiederum nur mit qualifizierten Übungsleitern gelinge. Hier sei die Politik gefordert, um Fördergelder bereitzustellen.

Innenminister Karl-Peter Bruch schlug den Bogen zum Ehrenamt. Rheinland-Pfalz sei ein Ehrenamtsland. Von den rund 4 Millionen Einwohnern seien 35 % regelmäßig und 30 % zeitweise ehrenamtlich tätig. Hierbei setzten sich vor allen Dingen ältere Bürgerinnen und Bürger ein. Initiative sei auch in Zukunft gefragt. Es müssten die Altersstrukturen in den einzelnen Dörfern ermittelt werden, um Maßnahmen zu koordinieren. Die Landespolitik setzt dabei den Schwerpunkt auf die Stärkung der Dorfkerne. Neue Wohngebiete sollten nicht mehr ausgewiesen werden, da mancherorts ganze Straßenzüge leer stehen. Das Land fördere Kooperationen, die dazu angelegt sind, eine örtliche Versorgung mit Dienstleistungen zu gewährleisten. Pro Jahr flössen 18 Millionen Euro in die Dorferneuerung.

Karin Decker bestätigte die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Dörfer. Bei ihren Hausbesuchen und Gesprächen habe sie die Entwicklungen konkret beobachten können. Vor allen Dingen in Orten mit etwa 1.000 Einwohnern stünden viele Häuser und Wohnungen leer. Es gelte, die Orte attraktiv zu gestalten für Ältere und Jüngere.

In der anschließenden Diskussion spielten vor allem Fragen zu Gesundheitsthemen und Mobilität eine Rolle. Bürokratie beim Umgang mit Ärzten und Krankenkassen sowie die Versorgung des ländlichen Raums beschäftigen vor allen Dingen ältere Menschen. Hier fehle es an Ansprechpartnern in den Dörfern. Jupp Weißmüller, Vorstandsmitglied der AOK Pfalz erklärte, dass es in der Region keinen Ärztemangel gebe. Dennoch müsse man über Verbünde nachdenken und ein Netz von Dienstleistungen schaffen. Auch müssten eine bessere Koordinierung erfolgen und Fahrdienste bereitgestellt werden.

Nach Abschluss der Diskussion klang der Abend bei Brezeln und Sekt gemütlich aus. Die nächste Veranstaltung „zu Gast bei Karin Decker“ wird ein Musik- und Kabarett-Abend am 20. Mai mit Stephan Flesch und Wolfgang Marschall in der Turnhalle in Schopp sein.

 
 

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